Dekanin Dorothee Wüst und der Bezirkskirchenrat verbanden damit den Wunsch, einen besseren Kontakt zu den Schulen zu bekommen und insbesondere den manchmal etwas im Abseits stehenden Religionsunterricht aufzuwerten, als sie diesen Preis auslobten. Die Ausschreibung ging an alle weiterführenden Schulen, nicht nur an Gymnasien. Elf Schulen in Kaiserslautern wurden angeschrieben, bisher wurden sechs Preise verliehen. An den Berufsbildenden Schulen steht die Verleihung noch aus und wird wegen der späteren Abschlüsse erst Mitte Juni stattfinden. Die Resonanz der Schulen beschreibt Dekanin Wüst als zurückhaltend, gibt es doch schon seit vielen Jahren Buchpreise in vielen anderen Fächern. Warum jetzt noch einen Preis in Religion? Birgit Reuther, die am St.-Franziskus-Gymnasium Französisch und Evangelische Religion unterrichtet, sieht darin eine Möglichkeit, den Religionsunterricht im Wert anzuheben. Es gäbe viele Preise vor allem in naturwissenschaftlichen Fächer, von der Industrie gesponsert. Darum sieht sie es als besonders wichtig an, dass auch die geisteswissenschaftlichen Fächer mehr in den Vordergrund treten. Vielleicht, so hofft Birgit Reuther, motiviert ein derartiges Lob auch zum Studium der evangelischen Theologie. Annika Braun aus Weilerbach hat mit 15 Punkten in Reli das beste Abitur gemacht. Sie sei eine junge Frau mit „philosophischem“ Tiefgang. Ähnlich wie auch Kathrin Jung aus Morlautern, die sich besonders bei der Vorbereitung und Durchführung der Schulgottesdienste, die immer ökumenisch sind, ausgezeichnet hat. Am Rittersberg-Gymnasium erreichte Annika Mischler auch 15 Punkte, strebt aber nach eigener Aussage kein Theologiestudium an, aber eine Ausbildung für das Lehramt könnte durchaus das Fach Evangelische Religion enthalten. Für sie war es in der Oberstufe wichtig, sich mit existentiellen Fragen des Lebens auseinander zu setzen. Dazu biete sich Religion einfach sehr gut an. Sie hat sich über den Preis, eine neue Lutherbibel und - passend zum Reformationsjahr - eine Luther-Playmobilfigur sehr gefreut. So ist der Luther-Preis gerade im Lutherjahr ein wichtiger Hinweis in der Öffentlichkeit, dass dieses Fach nicht nur zum Ausgleich für eventuell andere schlechte Noten herangezogen wird, sondern dass sich junge Menschen bewusst mit Religion und Glauben auseinandersetzen und dies als wichtigen Bestandteil ihres Lebens sehen.
Luther-Preis in Religion
Erstellt von Gottfried Rust, Pfarrer in Ruhe || evangelisch
„Die Jugend soll nicht traurig sein, sondern heiter und fröhlich. Junge Menschen sollen voll Frohsinn sein“, sagt Martin Luther in seinen berühmten Tischreden. Fröhlich waren wohl auch diejenigen jungen Menschen, die bei ihrer Abiturfeier den Luther-Preis für herausragende Leistungen im Fach Evangelische Religion überreicht bekamen.
